Rind Steiermark-eine Generalversammlung im neuen Glanz

Rind Steiermark – eine Generalversammlung im neuen Glanz

Die Generalversammlung der Rind Steiermark am 27. März 2026 fand heuer im Steiermarkhof statt und stand ganz im Zeichen eines erfolgreichen Jahres in Zucht und Vermarktung.

Für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre sorgten die musikalische Umrahmung durch den Perstl Viergesang sowie das Interview mit den Hofheldinnen 2025, die der Veranstaltung zusätzliche Lebendigkeit und besondere Akzente verliehen.

Positive Entwicklung in der Zucht

Obmann Matthias Bischof erläuterte, dass die Rind Steiermark mit aktuell 5.278 Mitgliedsbetrieben die Mitglieder stärkste bäuerliche Genossenschaft in der Steiermark ist. 59 Prozent aller rinderhaltenden Betriebe sind Mitglieder in der Genossenschaft. Das Jahr 2025 konnte wirtschaftlich erfolgreich abgeschlossen werden. Die Synergieeffekte durch die Zusammenführung von Zucht und Produktion im Jahr 2023 konnten weiter ausgebaut werden.

Während die Herdebuchkuhbestände und Betriebszahlen in der Fleischrinderzucht leicht ansteigen, nimmt die Betriebszahl bei den Milchbetrieben weiter ab, die Kuhzahlen stagnieren. 13 Rassen werden in der Steiermark züchterisch betreut. Die züchterische Entwicklung bei den wichtigsten Rassen Fleckvieh, Holstein und Brown Swiss ist erfreulich: einem markanten Zuchtfortschritt in der Milchleistung stehen positive genetische Trends in der Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit und Eutergesundheit gegenüber. Als wichtige Hebel in der Zucht gewinnen die Herdentypisierung, der Einsatz gesexten Spermas und der Embryotransfer zunehmend an Bedeutung

Geschäftsführer DI Peter Stückler zeigte eine erfreuliche züchterische Entwicklung bei Fleckvieh, Holstein und Brown Swiss: einem markanten Zuchtfortschritt in der Milchleistung stehen positive genetische Trends in der Nutzungsdauer und Eutergesundheit gegenüber.

Die sieben ZuchtberaterInnen der Rind Steiermark haben im Berichtszeitraum 2.496 Betriebsberatungen durchgeführt, der größte Teil davon waren Zucht- und Anpaarungsberatungen. Daneben erhalten die Zuchtbetriebe sechsmal im Jahr Anpaarungsvorschläge für alle weiblichen Tiere per Mail.

Bedeutende Schritte bei Genostar

196.118 künstliche Besamungen wurden im Jahr 2025 in der Steiermark durchgeführt. Die Besamungen wurden von 89 (-7) Tierärzten, 3 Besamungstechnikern und 1.867 (+31) Eigenbestandsbesamern getätigt.

Die konsequente Implementierung der Genomselektion in das Zuchtprogramm bei gleichzeitiger intensiver Kooperation zwischen dem Besamungsunternehmen GENOSTAR und der Zuchtorganisation Rind Steiermark war die Basis für eine erfolgreiche Positionierung heimischer Genetik im internationalen Spitzenfeld. GENOSTAR kooperiert zudem mit den Besamungsunternehmen CRV Deutschland, Besamungsstation Greifenberg (BSG), Bayern, Rinderunion Baden Württemberg (RBW) und OÖ Besamung GmbH.

Im Jahr 2025 wurde im Labor von Genostar die Produktion von gesextem Samen aufgenommen. Das breite Angebot von gesextem Sperma stärkt die internationale Wettbewerbskraft des Unternehmens. Der Anteil von gesextem Sperma ist auch im eigenen Gebiet bei allen Rassen steigend

Interview der Hofheldinnen

DI Theresa Kaltenbrunner führte ein interessantes und lebendiges Interview mit Andrea Wiedner und Heidi Kaufmann-Ferstl, die von der Landwirtschaftskammer Steiermark als „Hofheldinnen 2025“ ausgezeichnet wurden.

Heidi Kaufmann-Ferstl wurde in der Kategorie Urproduktion geehrt. Bereits im Alter von nur 18 Jahren pachtete sie den elterlichen Fleckviehzuchtbetrieb in Trofaiach. Mit 23 übernahm sie diesen und entwickelte ihn mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz weiter. Heute ist sie erfolgreiche Züchterin, unter anderem des renommierten Fleckviehvererbers „GS DER BESTE“.

Andrea Wiedner wurde in der Kategorie Direktvermarktung ausgezeichnet. Sie führt in St. Kathrein am Offenegg einen Rinderzuchtbetrieb, den sie mit viel Innovationsgeist um eine Speiseeiserzeugung erweitert hat. Unter der Marke „Die Eisbäuerin“ verbindet sie landwirtschaftliche Tradition mit kreativer Vermarktung und schafft so ein besonderes Genusserlebnis direkt vom Hof

Vermarktung ausgebaut

2025 war ein Rekordvermarktungsjahr.  Es wurden insgesamt 52.015 Rinder mit einem Nettoumsatz von 79 Mio. Euro vermarktet. Davon wurden 25.007 Kälber und Nutzrinder über die wöchentlichen Märkte in Greinbach und Traboch, 19.242 Schlachtrinder und 4.570 Lebendrinder wurden über die Rind Steiermark GmbH sowie 3.196 Zuchtrinder über zwölf Versteigerungen in Greinbach und Traboch sowie über Zuchtrinderexportankäufe vermarktet.

Auszeichnungen

Eine Reihe von erfolgreichen Betrieben konnten für besondere Zucht- und Vermarktungsleistungen ausgezeichnet werden. Ein erfreulicher Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung von Betrieben mit außergewöhnlichen Lebensleistungen in ihren Herden. Der DI Johann Bischof-Preis für besondere Verdienste in der Rinderzucht wurde an LK- Präsidenten a.D. ÖR Franz Titschenbacher, verliehen.

Ehrung der Züchter mit den höchsten Milchleistungen:

Leistungsstärkste Betriebe: Grabner Christoph, Pöllau (Holstein), Winter Dagmar, Gratkorn (Brown Swiss) und Liebminger Gabriele und Engelbert, Weisskirchen (Fleckvieh).

Züchter der leistungsstärksten Kühe: Steinmetz Monika, Weisskirchen (Holstein), Winter Dagmar, Gratkorn (Brown Swiss), Bauer Matthias, Riegersburg (Fleckvieh).

Züchter der leistungsstärksten Jungkühe: Liebminger Gabriele und Engelbert, Weisskirchen (Holstein), Strommer Harald, St. Martin am Wöllmissberg (Brown Swiss) und Hiebaum Barbara und Benedikt, St. Margarethen/Raab (Fleckvieh).

Betriebe mit dem höchsten genetischen Herdenniveau (GZW Kühe und GZW Jungrinder): DI Schaunitzer Matthias und Daniela, Lassing (Holstein), Strommer Harald, St. Martin am Wöllmissberg (Brown Swiss), Schweighofer Corina und Hannes, Pöllau (Fleckvieh).

Auszeichnungen für Dauerleistungskühe:

150.000 Liter-Kühe: Hirn Heidi, Trofaiach - SUMSI (Fleckvieh), Zainer Bernd, Selzthal – HASI und MARIE (Brown Swiss). Lebensleistungs-Award der Rinderzucht Austria für mehr als zehn 100.000 Liter-Kühe am Betrieb: Wels Siegfried Josef, Grafendorf, Bauer Johannes, Ratten, Putzl Martin, Pöllau, Huber Eva, Wörschach, Kaufmann-Ferstl Heidi und Mark, Trofaiach, Luckner Andrea und Bernhard, Kraubath.

Auszeichnungen für erfolgreiche Vermarkter in der Rind Steiermark GmbH:

Stiermast (Tageszunahmen netto): Hütter Markus, Kitzeck; Stögerer Jutta, St. Lorenzen/Wechsel

Ochsenmast (Tageszunahmen netto): Wilfinger Martin, Grafendorf; Magnes Michael, Weisskirchen

Kalbinnenmast (Tageszunahmen netto): Tschemernegg Patrick, Oberhaag; Patz Leonhard, Halbenrain

ALMO (Anteil Handelsklasse U): Lackner Christoph, Weiz; Pichler Albert, Thannhausen

Stiereinsteller (Tageszunahmen): Egger Karl, St. Marein/Feistritz

Ochseneinsteller (Tageszunahmen): Pichler Susanne, Hirschegg-Pack

Kalbinneneinsteller (Tageszunahmen): Grabner Elisabeth und Martin, Vorau

Des Weiteren würdigte der Obmann, Ing. Fritz Baumann, sowie den Geschäftsführer, DI Peter Stückler, anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand und sprach ihnen seinen herzlichen Dank für ihr langjähriges und engagiertes Wirken in der Rinderzucht aus.

Der neuen Geschäftsführerin, DI Theresa Kaltenbrunner, wünschte der Obmann für ihre zukünftigen Aufgaben viel Erfolg und ersuchte zugleich um eine weiterhin verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

TK